Historisch

Gemeinde Schönau

Betreff:

Neuwahl des Ausschusses der Freiwilligen Feuerwehr Schönau

Erschienen zu der heute Nachmittags um zwei Uhr einberaumten Sitzung der Freiwilligen Feuerwehr Schönau 50 Mitglieder im Schulhaus zu Unterstein. Nach Erörterung von Seiten des früheren Vorstandes Ökonomen Michael Hofreiter wurde zur Wahl geschritten. Mussten jeder einzeln seine Stimme abgeben. Es wurde gewählt mit 50 Stimmen gegen keine Stimme. Als Vorstand P. Maltan Bürgermeister. Als Stellv. Schweiger Anton. Comandant: H Christian Moderegger. Kassier: Graßl Michael, Bauer. Schriftführer: Georg Filchner. Zeugwart: Anton Setzauer. Zugführer der Steiger: H. Fernsebner Michael. Zugführer der Spritzenmänner: Hölzl Joseph vom Sulzberg Beisteher: H. Wendl Michael. Zugführer der Ordnungsmannschaft: Brandner Joseph.

 

 

Die Annahme der Wahl bestätigen durch Unterschrift:

Schönau den 15. Dez. 1889

J. Maltan Vorstand

Graßl Michael Kassier

Setzauer Anton Zeugwart

Filchner G. Schriftführer

Christian Moderegger Comandant

 

Bereits im Jahr 1890 kam es zu Streitigkeiten und man löste die junge Feuerwehr wieder auf. Es dauerte sieben ganze Jahre bis man sich wieder entschloss, die Freiwillige Feuerwehr Schönau am 4. April 1897 abermals zu gründen. Aber auch diese Gründung war nur von kurzer Dauer. Ein Jahr später, beim Feuerwehrball zerstritt man sich wieder einmal und am 27. Mai 1898 kam es wiederum zur Auflösung der Schönauer Wehr.

Schon anfangs im Jahre 1898 stiftete Freiherr von Heyden vom Fischmichllehen über das Bezirksamt Berchtesgaden der wieder gegründeten Schönauer Wehr eine vierrädrige Saug- und Druckspritze, welche 1899 ausgeliefert wurde. Leider war zu diesem Zeitpunkt die Gemeinde Schönau wieder ohne Feuerwehr und das neue Löschgerät lagerte bis zur Neugründung im Jahre 1903 ungenutzt in einem Schuppen im Park von Graf Arco von Zinneberg. Dieser von der Firma Justus Braun in Nürnberg gebaute Spritzenwagen war das eigentlich erste Löschgerät der Freiwilligen Feuerwehr Schönau. Zehn Feuerwehrmänner waren nötig, um 250 ltr. Löschwasser mit 55 Doppelhüben pro Minute zu fördern. Mit einem Rohr erreichte man eine Wurfweite von 30 m. Bei einem Einsatz von  zwei Rohren waren es immerhin noch 23 m Der Kaufpreis des Spritzenwagens betrug damals 1.380.- Mark. Die Druckspritze wurde in den siebziger Jahren von einigen Kameraden unserer Feuerwehr restauriert und kommt heute noch ab und zu bei historischen Umzügen- und alle drei Jahre bei einer nostalgischen Löschübung im Rahmen des Feuerwehr-Sommerfestes zumEinsatz.